Das bin ich.
Bis auf den Grund.
Meine Geschichte - vom Forschen, Scheitern und Wiederaufstehen
Ich bin Florian Köhler.
In meinen 20ern hab ich mein Studium als Bauingenieur hingeworfen und mich selbständig gemacht. Seitdem war ich gut ein Vierteljahrhundert als Unternehmer unterwegs – mit so vielen Jobs, Berufen und Ausbildungen, dass ich mich manchmal selbst wundere, dass ich erst Anfang 50 bin.
Ich bin ein Forscher – mein Leben lang – ich wusste es nur lange nicht.
Ein Leben in Extremen
Ich lernte die unterschiedlichsten Menschen und Lebenswelten kennen und versuchte immer wieder herauszufinden, wo ich hingehöre.
Ich war Punk, Biker, Schreiner, Gastronom, Verkäufer, Unternehmer, pleite und Hartz-IV-Empfänger, Minijobber, Promoter, Merchandiser, Rackjobber, Außendienstler, Produkt- und Salestrainer, Coach, Lebensberater, IT-Consultant, Datenschutzbeauftragter, Wildnispädagoge und vieles mehr.
Irgendwie ergibt sich daraus ein roter Faden, der sich nur rückwärts verstehen lässt.
Ich habe nie aufgehört zu lernen und zu suchen. Mein Weg war ziemlich abwechslungsreich.
Ich habe mich in ganz unterschiedliche Welten hineingewagt, vieles ausprobiert, manches wieder gelassen und dabei immer wieder Menschen kennengelernt, die anders dachten, anders lebten und die Welt anders betrachteten als ich.
Was mich immer schon bewegt hat
Schon in meiner Schulzeit habe ich mich mit Reiki und Heilsteinen beschäftigt.
Fernöstliche Kampfkünste, spirituelle Praktiken, Meditation und eine tiefe Verbindung zur Natur haben mich über viele Jahre begleitet. Manches davon ist geblieben, manches nicht. Meditation fällt mir übrigens immer noch schwer.
Mutter Natur war und ist für mich ein stabiler Ruhepol – und gleichzeitig einer meiner wichtigsten Lehrer. Sie hat mich geprägt – viel tiefer, als mir lange bewusst war.
Ich habe in der Wildnis nicht nur die Ruhe zu schätzen gelernt, sondern auch hinzusehen, auszuhalten, meinen eigenen Rhythmus zu finden und nicht auf jede Frage sofort eine Antwort zu brauchen. Ich bin gerne draußen, arbeite mit den Händen, gehe lange Wege, sitze am Feuer, beobachte und staune.
Und wahrscheinlich habe ich von Vögeln, Bäumen, dem Feuer und dem Wind mehr gelernt als von all meinen Büchern und Seminaren.
Ich habe auch ein paar Umwege hinter mir.
Ich kenne nicht nur die schönen Seiten des Lebens.
Ich war pleite, hatte Schulden, war arbeitslos und habe mich mit schlecht bezahlten Jobs wieder nach oben gearbeitet. Ich kenne Liebesleid, Sucht, Burnout, Angstzustände und depressive Phasen. Ich habe Erfahrungen mit einer Sekte gemacht und auch sonst Dinge erlebt, auf die ich rückblickend gerne verzichtet hätte.
Ich habe geliebte Menschen beerdigt und Freundschaften begraben. Ich habe Dinge verloren, musste neu anfangen und habe manches gründlich gegen die Wand gefahren.
Ich war nicht immer stark – und ich war auch nicht immer besonders klug. Manches musste ich erst verlieren, bevor ich verstanden habe, was mir wirklich wichtig ist. Und ja: Ich weiß, wie sich ein echter Nullpunkt anfühlen kann.
Aber ich war dabei nie völlig allein. Freunde, Mentoren, Weggefährten und die Natur waren da. Und irgendwann musste ich lernen, auch selbst wieder für mich da zu sein. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum mich die Umwege, Brüche und Widersprüche im Leben so interessieren. Ich glaube nicht, dass ein Leben dadurch wertvoll wird, dass alles funktioniert.
Mich interessiert, was wir unterwegs entdecken, wenn das Leben eben nicht so läuft, wie wir es geplant hatten.
Die Liebe findet ihren eigenen Weg.
2021 habe ich bei einem Tantraseminar meine große Liebe gefunden, oder besser:
Die Liebe meines Lebens hat mich gefunden – und fast hätte ich sie weggestoßen, aber Anna blieb dran.
Sie vertraute ihrer Intuition und fühlte viel früher als ich, was da zwischen uns wachsen wollte.
Manchmal brauche ich eben ein paar Anläufe, bis ich erkenne, was gerade vor mir steht.
Gut, dass die Liebe mit mir offenbar Geduld hat – und Anna noch ein bisschen mehr.
2025 hab ich dann auch den Mut zur Konsequenz gefunden und bin aus Deutschland ausgewandert.
Seit 2026 bin ich dabei, langsam in Österreich anzukommen.
Fremd – und gleichzeitig endlich nicht mehr allein. Auch das gehört zu mir.
Ich folge meinem Herzen und dem Ruf der Liebe – ohne wirklich zu wissen, wie das alles funktionieren soll.
Gemeinsam entdecken wir immer neue Möglichkeiten, zu lieben, zu sein und uns selbst zu erfahren.
Annas Arbeit ist dabei ein wichtiger Teil unseres gemeinsamen Weges.
Gemeinsam haben wir mit viel Liebe zum Detail die Perle am Kobernaußerwald erschaffen, unsere Ferienwohnung im Innviertel.
Ein Ort zum Ankommen, Durchatmen und Abschalten, an dem wir wundervolle Menschen aus aller Welt begrüßen dürfen.
Und auch unsere Arbeit mit Paaren ist aus unserer eigenen Beziehung heraus entstanden.
In unseren Paarseminaren geben wir Erfahrungen, Impulse und praktische Übungen weiter, die uns auf unserem eigenen Weg als Paar bereichert haben.
Warum ich mich mit Männern beschäftige
Das Mann-Sein hat mich mein ganzes Leben lang bewegt.
Nicht als theoretisches Thema, sondern weil ich selbst einer bin – und bis heute nicht aufgehört habe, mich zu fragen, wie das eigentlich genau geht.
Ich kenne viele Bilder davon, was ein Mann sein sollte.
Jahrelang hab ich immer wieder krampfhaft versucht, dem zu entsprechen – ohne mich dabei wirklich selber zu spüren.
Ich war stark, unabhängig, erfolgreich, frei, hart und rastlos.
Und genauso war ich schwach, verwirrt, verzweifelt, berührbar und liebevoll.
Manches davon hat mir gutgetan, manches eher nicht.
Aber wo war ich die ganze Zeit?
Wer bin ich wirklich als Mann?
Irgendwann wollte ich es wissen und fand den Mut, genauer hinzuschauen.
Ich habe mich intensiv mit Männerinitiation beschäftigt, großartige Mentoren gefunden und mehrere Männerseminare besucht.
Ich habe mich mit Gefühls- und Energiearbeit beschäftigt, mit Tantra und Survival.
Dabei sind für mich noch mehr Fragen entstanden:
Was bedeutet Männlichkeit eigentlich wirklich für mich?
Welche Bilder davon trage ich unreflektiert mit mir herum?
Wie gehe ich als Mann mit Nähe, Freundschaft und Beziehungen um?
Wie lebe ich meine Gefühle und meine Sexualität?
Und vor allem: Bin ich als Mann authentisch?
Ich habe darauf keine fertigen Antworten – und ich glaube auch nicht, dass es sie gibt. Ich kenne viele dieser Fragen aus meinem eigenen Leben. Und ich finde es verdammt interessant, ihnen weiter nachzugehen – ehrlich, offen und mit allem, was zum Mann-Sein dazugehört.
Die Schule war für mich die Hölle.
Ich habe leider erst recht spät gemerkt, dass ich anders lerne als die meisten anderen – besser – ich habe es lange für falsch gehalten. Ich wurde gemobbt und diskriminiert, mein ADHS machte vieles noch schwieriger und ich hatte oft das Gefühl, irgendwie falsch zu sein.
Aber Lernen war trotzdem immer irgendwie genau mein Ding.
Wenn mich etwas interessiert hat, konnte es mir gar nicht schnell genug gehen. Ich wollte verstehen, wie Dinge funktionieren, habe Zusammenhänge gesucht und war oft schneller, als es für den Unterricht vorgesehen war. Wenn mich etwas nicht interessiert hat, war meine Aufmerksamkeit allerdings auch ziemlich schnell weg. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
Seit über 30 Jahren lerne ich, arbeite mich in neue Themen ein und gehe Dingen auf den Grund. Dazu gehören zahlreiche Aus- und Weiterbildungen ebenso wie mehr als drei Jahrzehnte beruflicher Erfahrung in ganz unterschiedlichen Bereichen.
Ich habe viel Zeit und viel Geld in meine Ausbildung gesteckt. Noch mehr habe ich allerdings außerhalb von Seminarräumen gelernt: durch Menschen, durch Arbeit, durch Scheitern, durch Neugier und durch das Dranbleiben an Dingen, die mich wirklich interessieren.
Vielleicht ist genau das meine Art zu lernen: Ich will nicht nur wissen, dass etwas funktioniert. Ich will wirklich verstehen, warum.
Mein beruflicher Weg war alles andere als geradlinig
1998 habe ich mich selbständig gemacht – zunächst neben meinem Studium als Bodenleger, Schreiner, Küchenmonteur und Messebauer. Später habe ich in einer Kneipe gearbeitet und mich gleichzeitig als Disponent, Leasing-Außendienstler und Merchandiser selbständig gemacht. Irgendwann wurde daraus ein eigenes Unternehmen. Ich hatte 17 Mitarbeiter, einen sechsstelligen Jahresumsatz und jede Menge Verantwortung. Und irgendwann ging das Ganze ziemlich gründlich gegen die Wand. Ich bin pleitegegangen.
Also nochmal von vorne.
Ich habe als Promoter bei MediaMarkt und Saturn angefangen, unter anderem für Samsung, und mich von dort wieder hochgearbeitet. Später war ich Samsung-Produkttrainer, Sales-Trainer, Sales-Coach und Messesprecher. Ich habe unterschiedlichste Produktbereiche trainiert, mit ganz verschiedenen Menschen gearbeitet und über viele Jahre unter anderem auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin Schulungen und Trainings geleitet.
2015 kam meine erste Coaching-Ausbildung dazu. Seitdem habe ich mich auch in diesem Bereich weitergebildet und bis 2024 selbständig als Trainer und Coach gearbeitet.
Wenn ich das heute alles aufzähle, klingt es fast ein bisschen absurd.
Vom Küchenmonteur zum Unternehmer mit 17 Mitarbeitern, von der Pleite wieder zum Promoter und schließlich viele Jahre als Trainer und Coach. Aber genau so war es.
Was mich heute antreibt
Ich bin nach wie vor neugierig – und ziemlich ruhelos, wenn mich etwas wirklich interessiert.
Ich liebe die Menschen und das Mensch-Sein – und gleichzeitig bin ich manchmal einfach nur noch entsetzt darüber, wie wir miteinander umgehen.
Mich fasziniert unsere Vielfalt: unsere Geschichten, unsere unterschiedlichen Sichtweisen und die Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gibt.
Ich mag es, wenn Menschen anfangen, einander wirklich zuzuhören und dabei etwas entsteht, das vorher noch nicht da war.
Ich liebe gute Gespräche, bei denen man nicht schon vorher weiß, wo sie enden.
Wenn jemand einen Gedanken in den Raum stellt und plötzlich zehn weitere entstehen. Und ich genieße es zu sehen, was passiert, wenn sich Menschen begegnen, die sich normalerweise vielleicht aus dem Weg gegangen wären.
Ich steh auf Themen, bei denen es ein bisschen unbequem werden darf.
Vielleicht ist genau das das Salz in der Suppe.
Ich habe eine eigene Meinung, meistens ist sie ziemlich deutlich – und ich nehme kein Blatt vor den Mund, wenn ich glaube, dass etwas ausgesprochen werden sollte.
Nicht aus Härte oder um jemanden kleinzumachen, da bemühe ich mich sehr – sondern weil echter Kontakt für mich auch bedeutet, dass zwei Menschen sich gegenseitig wirklich zumuten.
Ich glaube, dass interessante Gedanken und wertvolles Feedback selten dort entstehen, wo ohnehin alle dasselbe denken.
Ein Leben bis auf den Grund.
Ich weiß übrigens immer noch nicht genau, wo das alles hinführt.
Und inzwischen finde ich das ziemlich gut.
Ich habe nicht das Bedürfnis, aus meinem Leben im Nachhinein eine gerade Geschichte zu machen.
Dafür war es viel zu widersprüchlich, zu verrückt, zu schön, zu schmerzhaft und manchmal auch einfach ziemlich absurd.
Ich bin immer noch unterwegs.
Vielleicht ist genau das der Punkt: Ich habe aufgehört, unbedingt irgendwo ankommen zu müssen.
Ich forsche weiter – bis auf den Grund – und wieder rauf.
